04.12.2012
B2: Mehr Lebensqualität mit weniger Konsum? In dem Forum trafen die im Ergebnis der Diskussion gar nicht so weit voneinander entfernt liegenden Positionen von Prof. Niko Paech, der zu Befreiung vom Überfluss – auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie referierte und Dr. Christian Neuhäuser, der über Politischen Konsum und die Verantwortung der Unternehmen für faires Wachstum sprach, aufeinander – wenngleich die Referenten stets bemüht waren, auf der Differenz ihrer Thesen zu bestehen. Paech beschwor rhetorisch geschickt und provokant den ökonomischen und ökologischen Kollaps, der im Resultat zu einem Rückgang der Ansprüche der/des Einzelnen an materieller Selbstverwirklichung und damit zu einem Wachstumsstopp führe. Suffizienz sei dann nicht mehr als reiner Selbstschutz. Außerdem litten wir aktuell an einer „Konsumverstopfung“ und das „Wohlstandsmodell“ sei seiner Meinung nach „nicht zu retten“. Jede und jeder Einzelne sei aber auch jetzt schon aufgefordert, die Vielzahl seiner/ihrer Konsumbedürfnisse zu hinterfragen, gewissermaßen das eigene „Leben zu entrümpeln.“ Alternative, produktive Lebensmodelle sollen möglichst kollektiv gelebt und in Netzwerken verbreitet werden. Diese könnten damit für andere als „Schablone“ dienen – auch schon vor dem Kollaps! Er sah nicht die Politik als Motor für Veränderung, sondern nahm vor allem jede und jeden Einzelnen in die Pflicht und forderte dazu auf, „kritische Massen“ zu bilden. Was die beiden Referenten trennt, ist ihre Einstellung gegenüber Wachstum im Allgemeinen: Paech hält ökologische Balance und Wachstum für miteinander unvereinbar. Neuhäuser dagegen ist von der Hoffnung geleitet, dass politischer Konsum zu fairem Wachstum führe. Wachstum ist nach Neuhäuser die Voraussetzung für eine wohlhabende Gesellschaft. Deshalb sucht er nach „Alternativen zum Verzicht auf Wachstum“. Wachstum dürfe nicht allein am BIP gemessen werden sondern müsse noch um Maßstäbe wie die „individuelle Lebensqualität“ und die „Verbesserung ökologischer und sozialer Chancen“ ergänzt werden. Politischer Konsum bedeutet nach Neuhäuser ein bewussteres Konsumverhalten jedes und jeder Einzelnen gepaart mit der öffentlichen Kommentierung dieser Einstellung bzw. dieser konkreten Handlung (en) begleitet von kollektivem, politischem Handeln. Nach Paech` Auffassung müsse die Macht der Unternehmen reduziert werden. Auch Neuhäuser sieht nicht die Unternehmen sondern die Konsumenten und Konsumentinnen als die „progressiven Akteure“, die ihrerseits durch den sog. „politischen Konsum sanften Druck auf die Unternehmen ausüben“. Bei sich verändernden Märkten verändere sich auch das Machtverhältnis zwischen Politik und Wirtschaft. Besondere Verantwortung für faires, ökologisches und soziales Wachstum sieht Neuhäuser bei KMU – kleinen und mittleren Unternehmen. Leider reichte die Zeit für detailliertere Ausführungen dazu nicht aus. Ob sich die Leute im Publikum mehr zu Neuhäusers oder Paechs Positionen hingezogen fühlten, Anregungen für Veränderungen im eigenen Konsumverhalten gab es jedenfalls in diesem von Gisela Kallenbach moderierten Forum genug.
Als aktive grüne Christin
unterstütze ich die Kampagne "anders wachsen" der Evangelischen Kirche in Deutschland. Warum halte ich das für notwendig?
Die Finanzkrise hat Europa und die Welt im Griff. Die Schere zwischen Reich und Arm vergrößert sich rasant. Millionen hungern aufgrund von Klimaveränderung und
Nahrungsmittelspekulation. Die Folgen des Klimawandels sind in ihrem ganzen Ausmaß kaum zu bemessen.
Trotzdem halten Politik und Wirtschaft unbeirrt fest am Traumbild "unendlichen Wirtschaftswachstums" - trotz der immer deutlicheren verheerenden Folgen dieser
Maßlosigkeit. Angeblich gäbe es keine Alternative...
Als Christinnen und Christen kommen wir um die Forderung nach Alternativen zum Wirtschaftswachstum nicht herum, wenn wir uns für eine gerechtere, lebenswerte Welt einsetzen. Aus christlicher Überzeugung und aufgrund des biblischen Zeugnisses erkennen wir die von Gott gesetzten Grenzen an und fordern um der Menschen und um Gottes willen: "Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum!"
Die sächsische Landessynode hat auf ihrer Herbsttagung - auf Antrag von "anders wachsen" - Position gegen den Wachstumszwang in der Wirtschaft bezogen! Unter der Webadresse www.anders-wachsen.de finden Sie sowohl die Ziele wie auch eine Online-Petition an den Rat und die Synode der EKD, sich dieses Themas anzunehmen.
Häuft nicht auf der Erde Schätze für euch an.
Häuft vielmehr im Himmel Schätze für euch an.
Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. (Matthäus 6,19-21)
Kontakt zum Initiativkreis "anders wachsen"
(Leitung: Christine Müller, Bernd Winkelmann, Tobias Funke, Walter Lechner)
Paul-List-Straße 19
04103 Leipzig
Tel.: 0341-9940655 oder 035263-65677
E-mail Initiativkreis: info@anders-wachsen.de
www.anders-wachsen.de www.facebook.com/AndersWachsen
Die Kirchentagsresolution "Wirtschaft braucht Alternativen zum Wachstum" war ein voller Erfolg!
Mit überwältigender Mehrheit forderten am 2. Juni die anwesenden
Kirchentagsteilnehmer in der TU Dresden ein Ende des Wachstumszwangs sowie
Alternativen zum Wirtschaftswachstum.
Vielen Dank an alle, die die Resolution möglich gemacht haben.
Nun heißt es: Auf diesen Erfolg aufbauen!
Der Initiativkreis "Anders wachsen" startet daher eine breite
Unterschriftenkampagne zum Thema.
Bitte unterstützen Sie die Kampagne:
- durch Sammeln von Unterschriften bzw. Auslegen der Listen
- durch Verlinkung auf Homepages, facebook etc.
Um die Meinungsbildung voranzutreiben, sind wir außerdem weiterhin auf der
Suche nach prominenten UnterstützerInnen!
Mehr Informationen zu Hintergründen und Zielen sowie die Unterschriftenlisten
zum Download gibt es auf www.anders-wachsen.de
Vielen Dank!
Mit freundlichen Grüßen, Walter Lechner
Initiativkreis "Anders wachsen"
(Leitung: Christine Müller, Bernd Winkelmann, Tobias Funke, Walter Lechner)
Paul-List-Straße 19
04103 Leipzig
Tel.: 0341-9940655
oder 035263-65677
www.anders-wachsen.de
Häuft nicht auf der Erde Schätze für euch an.
Häuft vielmehr im Himmel Schätze für euch an.
Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.
(Matthäus 6,19-21)