Sie sind hier: StartseiteSächsischer Landtag - Umwelt -  Umgebungslärm

Petition für Nachtflugverbot unterzeichnen

Karl-Heinz Laube_pixelio

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger, 

seit langem engagierte ich mich gegen (Nacht-)Fluglärm. Hiermit bitte ich Sie, die folgende Petition zu unterstützen. Jede einzelne Person, die sich beteiligt, stärkt den Aufruf zum Handeln.

Zum Unterzeichnender Petition hier klicken.

Nachtflugverbot an allen europäischen Flughäfen von 22:00 bis 6:00 Uhr und Schutz vor Fluglärm in den Tagesrandstunden..

Lärm, insbesondere Nachtfluglärm bedroht die Gesundheit tausender Menschen und gefährdet die Entwicklung unserer Kinder.
Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass Nachtfluglärm ursächlich für Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfällen, Bluthochdruck, koronare Herzleiden, Depressionen und Krebs ist. So sind z.B. allein im An- und Abflugbereich des Flughafens Köln/Bonn 120.000 Anwohner diesem erhöhten Krankheitsrisiko ausgesetzt, da sie - oft Nacht für Nacht - das 10- bis 30-fache des von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vom Umweltbundesamt als gesundheitlich unbedenklich geltenden Lärmwertes ertragen müssen.
Ganz abgesehen von dem menschlichen Leid, das diese Krankheiten und letztendlich in vielen Fällen die tödlichen Ausgänge dieser Erkrankungen mitsichbringen, stehen die wirtschaftlichen Gewinne der Luftverkehrsbranche in keinem Verhältnis zu den, durch die Erkrankungen und Todesfälle entstehenden immensen Kosten im Gesundheitswesen. Diese Kosten tragen die Gemeinschaft der Beitragszahler und die Steuerzahler. 
Der volkswirtschaftliche Schaden, der durch Nachtfluglärm entsteht, ist also bedeutend höher als der wirtschaftliche "Nutzen" durch Nachtflüge. 

http://www.avaaz.org/de/petition/Nachtflugverbot_an_allen_europaischen_Flughafen_von_2200_bis_600_Uhr_und_Schutz_vor_Fluglarm_in_den_Tagesrandstunden/?tSzEqdb


Verschickt durch Avaaz im Auftrag von Hans's Petition

 

„Wie viele Herzinfarkte rechtfertigen einen Arbeitsplatz?“

Foto: Karl-Heinz Laube, Pixelio

Die Podiumsdiskussion zum Fluglärm am 22. Januar in der Leipziger Nikolaischule zog rund 50 Bürgerinnen und Bürger an. Mehrheitlich waren es direkt Betroffene aus den Ortsteilen im Leipziger Norden.

Gisela Kallenbach, umweltpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion, eröffnete den Abend mit der zentralen Frage: „Fluglärm schadet unumstritten der Gesundheit, besonders der Nachtlärm. Welche Hebel bleiben bei einer bestehenden Betriebsgenehmigung noch, um dem Gesundheitsschutz der Bewohner des Leipziger Flughafens zu seinem Recht zu verhelfen?“ Vor allem Dieter Faulenbach da Costa, eingeladen als Flughafenexperte, Gutachter und Berater in Sachen Fluglärm, sollte den Leipzigern sagen, ob  „noch was zu retten ist“ – bei einem Flughafen mit höchstrichterlicher Erlaubnis zum Nachtflug.

Die Luftverkehrswirtschaft, so Faulenbach da Costa, beklage lange Genehmigungszeiten für Flughäfen, allerdings sei damit die Konkurrenzfähigkeit des Standorts Deutschland keinesfalls in Gefahr. Selbst in Dubai oder Dakar brauchen Großflughäfen 12-14 Jahre Planungszeit. Ein wirkliches Problem sei der Grundsatz der Planerhaltung. Pläne werden selbst bei miserabler Qualität von den Gerichten bestätigt. Die hohe Fehlerquote treibe die Kosten in die Höhe – und nicht die unzureichende Bürgerbeteiligung. Die Bürgerbeteiligung müsse ergebnisoffen VOR dem Planfeststellungsverfahren stattfinden. Im Planfeststellungsverfahren selbst fände in der Regel KEIN Ausgleich von Interessen statt, weil die Auswirkungen klein gerechnet werden. Deshalb flammen Proteste oft erst dann auf, wenn das Kind schon im Brunnen liege.

 Dass die Deutschen Flugsicherung auf den ungewöhnlich hohen Nachtfluganteil nicht mit lärmminderndem Management reagiere, den kontinuierlichen Sinkflug nicht genehmige, die Pistennutzung nicht optimiere, sei nicht nachvollziehbar. Unter den gegeben Bedingungen ließe sich der Lärm zwar nur schwer reduzieren, aber man könne tageweise für Nord- und Südbahn Lärmpausen organisieren. Allerdings: „Jede Lärmreduktion wird durch steigenden Verkehr wieder aufgefressen.“

Für die Genehmigung einer zweiten Piste seien die Gerichte mit vordergründiger Hochrechnung des Bedarfs „an der Nase herumgeführt“ worden. Die vorhandene Piste hätte 280.000 Flugbewegungen/Jahr ausgehalten, die Südbahn nicht erforderlich gewesen.

Dass sich der Flughafen Leipzig/Halle, obwohl er von Steuermitteln und damit dem Wohlwollen der Bürgerinnen und Bürger abhänge, arrogant dem Dialog entziehe, sei ein Skandal. Beifall dafür aus dem Saal. Aber man müsse auch sehen, dass der Dialog dazu führen könne, so Faulenbachs Erfahrung in Offenbach, dass die Bürgerinitiativen „über den Tisch gezogen werden“.

Heiko Rosenthal, Umweltbürgermeister der Stadt Leipzig, konnte darauf verweisen, dass die Stadt gegen die kurze Südabkurvung, für die Einführung von Bonuslisten, für die regionale Erweiterung des Dialogforums und mehr Transparenz in der Fluglärmkommission eintrete. Allerdings müsse man in Rechnung stellen, der Gesellschafteranteil der Stadt Leipzig sei mit 2,1% gering. Alle Vorstöße in Richtung Landesregierung sich für Lärmschutz einzusetzen, seien bisher abgeprallt. Der Freistaat Land hält 76,6% der Anteile an der Mitteldeutschen Airport Holding.

Matthias Zimmermann, Sprecher der Bürgerinitiativen „Gegen die neue Flugroute“ und „Gegen Flug- und Bodenlärm“, verwies darauf, dass es immer nur auf Druck der Betroffenen Änderungen gegeben habe. Dass Triebwerksprobeläufe nicht mehr auf dem Vorfeld stattfänden, sei Ergebnis von Strafanzeigen von Bürgern. „Es fehlt an Herzblut. Besonders bei der Vertreterin der Stadt Leipzig in der Fluglärmkommission,“ war Zimmermann überzeugt.

 Große Hoffnungen setzte in die Fluglärmkommission im Saal aber offenkundig niemand mehr. Die Betroffenen bleiben nach der Planfeststellung mit ihren Problemen allein, so der Tenor. Faulenbach da Costa sieht das wenig anders. „Die Bürger müssen protestieren und sich für ihren Protest nicht rechtfertigen. Sie sind Opfer und nicht Täter.“ Das Arbeitsplatz-Argument der Luftverkehrswirtschaft, halte er moralisch für verwerflich. „Wie viele Arbeitsplätze sollen denn einen Herzinfarkt rechtfertigen?“

Zweifel an der Unabhängigkeit der Luftverkehrsbehörden sind ohnehin nach diesem Abend angebracht. Die Strukturen der Luftverkehrswirtschaft und der Luftverkehrsbehörden seien derart verstrickt, dass von Unabhängigkeit kaum noch die Rede sein kann. (dazu auch Fluglärm und Gesundheit, Seite 5 http://81.27.227.161/pdf/fug_20121022.pdf )

Bei keiner Verkehrsart ist der Lärm offenbar so kompliziert zu berechnen wie zu reduzieren. Eine Bürgerin aus Radefeld berichtete, ihr Haus stehe 300 Meter vom Rollfeld entfernt. „Wir haben Schallschutzfenster, aber der Lärm dringt durch das Dach und die Fassaden.“ Sie habe einen Übernahmeantrag gestellt. Abgelehnt. Der Lärm werde mehr  von der Autobahn als vom Flughafen verursacht. Die Eigentümerin könne gern auf eigene Kosten ein Lärmgutachten beibringen um das zu widerlegen.

 „Das Geld können Sie sich sparen“, empfahl Rechtsanwälten Franziska Hess, die bereits zahlreiche Kläger in Prozessen vertreten hat. Auch sie hält die Fluglärmkommission für einen zahnlosen Tiger, dem man nicht zu viel Energie widmen sollte.

Allerdings empfahl sie der Stadt Leipzig, die Bürger besser zu unterstützen. Zum Beispiel indem mobile Lärmmessgeräte angeschafft und ausgeliehen werden. „Ein Gericht habe kürzlich erst bestätigt, der Bürger sei keineswegs in der Pflicht, ein Jahr lang zu messen. Es genügen Stichproben.“

Auch Lärmschutzwände, wie Bürger aus Schkeuditz fordern, könnten ein Beitrag gegen den Bodenlärm der Flugzeuge sein. Gerade in Leipzig sind die Pisten so angelegt worden, dass der Lärm massiv nach außen dringt. Eine andere Planung hätte das verhindern und Millionen Baukosten einsparen können, ärgert sich Faulenbach da Costa.

Beifall fand der Vorstoß aus dem Publikum, die Stadt Leipzig solle ihren Anteil am Flughafen verkaufen und sich auf die Seite der Bürger stellen. Wolfram Leuze, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Leipziger Stadtrat, wirft ein: „Die Stadt spricht mit gespaltener Zunge. Sie muss sich ohne Wenn und Aber auf die Seite der Bürger stellen. Beschlüsse des Stadtrates, die übrigens auf grüne Initiative zustande kamen, muss der OBM im Aufsichtsrat vertreten.“

Am Ende des Abends nimmt die Fraktion der Grünen zwei Aufträge mit: über den Landesentwicklungsplan den Nachtflug gemäß Luftverkehrsgesetz zu beschränken und die Methoden der Lärmberechnungen am Flughafen unter die Lupe zu nehmen.

Service-Links:

Website der Grünen Landtagsfraktion zu Verkehr und Mobilität

Netzwerk Zukunft Leipzig - gemeinsame Plattform der Bürgerinitiativen gegen Fluglärm

Dieter Faulenbach da Costa - fdc Airport Consulting & Partners

Rechtsanwältin Franziska Hess

Website der Stadt Leipzig zum Lärmschutz

Website Machs leiser - Bürgerbeteiligung am Lärmaktionsplan

 

 

 

Stand der Dinge am Flughafen Leipzig/Halle

Auf Antrag meiner Fraktion, erteilte die Staatsregierung Auskunft über den Entwicklungsstand am Flughafen Leipzig/Halle.

Im Fokus des Berichts stehen die Umwelt- und Lärmschutzmaßnahmen des Flughafens, sowie die Investitionen der Landesregierung von 2004-2015 in dessen Infrastruktur.

Bedauerlich ist die ablehnende Haltung der Staatsregierung gegenüber dem, von der Stadt Leipzig, eingerichteten Dialogforum.

 Neben dem Antrag, veröffenlichte zudem auch die Leipziger Internetzeitung (L-IZ) ein Interview mit mir über die Zukunft der zwei Großflughäfen im Freistaat. Um zum Interview zu gelangen, bitte hier klicken.

Umgebungslärmrichtlinie - Antwort wenig gehaltvoll

Wie die Umgebungslärmrichtlinie in Sachsen umgesetzt wird, war Gegenstand einer meiner Kleinen Anfragen im Landtag. Hier ist die Antwort.

Auf die für mich zentrale Frage, wie die Öffentlichkeit an der Erstellung der Lärmaktionspläne beteiligt wird, verweist Minister Kupfer darauf, dass den Kommunen die Art und Weise der Organisation der  Bürgerbeteiligung freigestellt ist und man daher keine Aussagen zu Art und Umfang machen könne. Danke, Herr Kupfer!

Protest gegen Autobahnlärm an der A14

Künstler und ihre Ohrenschützer

Auf der Autobahnbrücke bei Mutzschen protestierten zum wiederholten Mal Anwohner und Künstler. Ute Hartwig-Schulz für die Initiative Kunst und Natur an der A 14: "Dorfbewohner haben sich bereit erklärt, in ihren Häusern Aufzeichnungsgeräte zu dulden, damit wir den Lärm ins Internet stellen können und so Befindlichkeiten sichtbar machen." 

Mehr dazu hier: http://www.kunst-natur-a14.de